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Kleines Tango-Glossar
Wer zum ersten Mal zu einer Milonga geht, hört viele
spanische Wörter. Die meisten davon sind schnell erklärt.
Hier die wichtigsten Begriffe, so wie sie auch in Chemnitz,
Dresden oder Leipzig auf dem Parkett benutzt werden.
Veranstaltungen
- Milonga
Der Tanzabend. Getanzt wird frei, ohne Unterricht, zu
Musik vom DJ oder von einem Orchester. Milonga heißt
außerdem ein eigener, schneller Rhythmus im 2/4-Takt, der
älter ist als der Tango selbst.
- Práctica
Übungsabend. Hier darf man mitten im Lied stehen
bleiben, etwas ausprobieren, nachfragen. Die Stimmung ist
lockerer als auf der Milonga, das Licht meist heller.
- Workshop
Unterricht mit Gastlehrern, oft an einem Wochenende und
zu einem Thema, etwa Technik, Musikalität oder Vals. Die
Termine stehen bei uns im Kalender.
- Encuentro und Marathon
Mehrtägige Treffen, bei denen fast ununterbrochen getanzt
wird. Beim Encuentro sind die Plätze meist begrenzt und
Paare und Einzeltänzer werden nach Anmeldung ausgeglichen
eingeladen.
Musik
- Tanda
Eine Gruppe von meist drei oder vier Stücken desselben
Orchesters und derselben Epoche. Man tanzt eine Tanda in
der Regel mit einem Partner durch. Mehr dazu bei Wikipedia.
- Cortina
Der "Vorhang" zwischen zwei Tandas: ein kurzes Stück, das
bewusst kein Tango ist. Die Paare verlassen die
Tanzfläche, und man sucht sich neu. Mehr dazu bei Wikipedia.
- Vals
Der Tango-Walzer im Dreiertakt. Er wird gedreht und
fließend getanzt und kommt auf einer Milonga meist als
eigene Tanda.
- Orquesta típica
Das klassische Tango-Orchester mit Bandoneons, Violinen,
Klavier und Kontrabass. Die großen Orchester der 1930er
bis 1950er Jahre, die "Goldene Epoche", prägen bis heute
die Musik auf den Milongas.
- Bandoneon
Das Instrument des Tangos schlechthin. Erfunden wurde es
im 19. Jahrhundert in Deutschland, von Heinrich Band, und
es kam mit den Einwanderern an den Río de la Plata. Ein
Stück sächsische Tangogeschichte: gebaut wurden viele
Bandoneons in Carlsfeld im Erzgebirge. Mehr dazu bei Wikipedia.
- Electrotango und NonTangos
Electrotango verbindet Tango mit elektronischer Musik.
NonTangos sind Stücke aus Pop, Jazz oder Klassik, zu denen
sich trotzdem gut Tango tanzen lässt. Beides gehört bei
vielen DJs zum Mix dazu.
Auf der Tanzfläche
- Abrazo
Die Umarmung, in der getanzt wird. Sie kann eng sein oder
offen, je nach Musik, Platz und Vorliebe der beiden.
- Mirada und Cabeceo
Die Aufforderung mit Blick und kurzem Nicken quer durch
den Raum. Wer nicht tanzen möchte, schaut einfach weg.
Das erspart beiden Seiten ein Nein.
- Ronda
Die Tanzlinie. Alle Paare bewegen sich gegen den
Uhrzeigersinn um die Tanzfläche, ohne zu überholen und
ohne Schritte gegen die Richtung. Je voller die Milonga,
desto wichtiger.
- Führen und Folgen
Die beiden Rollen im Paar. Wer führt, gibt Impulse und
eröffnet Möglichkeiten, wer folgt, nimmt sie auf und
gestaltet mit. Welche Rolle man tanzt, hat nichts mit
Mann oder Frau zu tun.
- Pausa
Der Moment, in dem das Paar stehen bleibt. Auch die Pause
ist ein spannendes Tanzelement!
- Ocho, Giro, Sacada, Boleo
Namen für Figuren: die Acht mit den Füßen, die Drehung um
das Paar, das Verdrängen des Beins, das Schwingen des
Unterschenkels. Auf der Milonga zählen allerdings Musik
und Umarmung mehr als die Zahl der Figuren.
- Tanguero und Tanguera
So nennt man die, die der Tango einmal gepackt hat.
Ausführlicher zum Tango Argentino: Wikipedia
und die Links auf der Startseite :-).
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